Startseite

Partner-Interviews

Christian Felber, Hochschullehrer, Buchautor, freier Publizist und Referent, Gründungsmitglied von Attac in Österreich, Initiator der "Demokratischen Bank" und Erfinder der "Gemeinwohl-Ökonomie"

„Was sind die Grundpfeiler der von dir entworfenen Gemeinwohl-Ökonomie?“

 Die „Gemeinwohl-Ökonomie“ ist eine wirtschaftliche Systemalternative zu kapitalistischer Markt- und zentraler Planwirtschaft. Sie baut auf genau den Werten auf, die unserer zwischenmenschlichen Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Verantwortung, Mitgefühl, gegenseitige Hilfe und Kooperation. Diese humanen und nachhaltigen Verhaltensweisen werden anhand der Gemeinwohl-Bilanz gemessen und mit einer Fülle von Anreizen und „systemischen Aufschaukelungen“ belohnt: das Marktstreben wird „ethisch umgepolt“ von Gewinnstreben und Konkurrenz auf Gemeinwohlstreben und Kooperation. Schon 275 Unternehmen aus sieben Staaten unterstützen das Modell, darunter viele aus Bayern.

 „Wie passt die Gemeinwohl-Ökonomie mit Regionalwährungen zusammen?“

Ein zentrales Strukturelement der Gemeinwohl-Ökonomie ist die „Demokratische Bank“, die in allen Regionen gegründet werden könnte. Sie arbeitet ohne Gewinnausschüttungen und Sparzinsen und erfüllt die Grundfunktion einer Bank: Umwandlung lokaler Ersparnisse in lokale Kredite, dazu der Zahlungsverkehr. In Österreich arbeiten bereits mehr als 100 Personen am Aufbau dieser Bank, mehr als 3.000 Menschen unterstützen das Projekt. In der beschlossenen Vision ist die Möglichkeit enthalten, dass die regionalen Demokratischen Banken Regiogeld ausgeben oder Regiogeld-Initiativen unterstützen.

Grundsätzlich entfallen aber in der Gemeinwohl-Ökonomie die Motive für Regiogeld, weil Geld demokratisch kontrolliert wird, Kapitaleinkommen aller Art überwunden sind und regionales Wirtschaften zu guten Gemeinwohl-Bilanz-Ergebnissen führt, was dem Weltmarkt Nachrang verleiht. Bis es so weit ist, können Regiogeld-Initiativen aber einen entscheidenden Beitrag im Bewusstseinsbildungsprozess leisten – und im Krisenfall vielleicht als Rettungsring fungieren.

"Brauchen wir ein neues Geldsystem?"

Definitiv. Geld muss dienen und demokratisch kontrolliert sein. Finanzmärkte sollten geschlossen werden und Banken dem Gemeinwohl dienen. Sparzinsen und Kapitaleinkommen ade. Das Geldschöpfungsmonopol soll an die Zentralbank gehen, und diese demokratisch kontrolliert sein. Die regionalen Banken sollten zu „Vollgeld“ übergehen und keine Gewinne ausschütten dürfen. Auch bei der Kreditvergabe sollte die Gesellschaft ein Wörtchen mitreden und eine obligatorische Gemeinwohl-Prüfung aller Kredite durchsetzen: kostenlose Kredite für die sozialsten und ökologischsten Investitionen, teurere Kredite für private Konsumwünsche.

Mehr Info hier: http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/

 

Drucken

Aktuelle Daten

95 Vereinsmitglieder
61 REGIO-Partner
17.500 REGIO im Umlauf
4.920 REGIO-Spenden an Vereine

Kurz-Portrait

Oberland Werkstätten gGmbH

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
Andreas Kohlhauf
Lenggrieser Str. 19
83674 Gaißach

» Mehr Informationen

Termine

Mitgliederversammlung 2015

am 16.12.2015 um 19:00 Uhr

im MAX GORBACH ZIMMER (EG)

in der Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b,
80802 München (mit der U-Bahn U3/U6: Giselastraße)

Der REGIO auf Facebook

jetzt auf Facebook liken

08.04.2015 Arbeitstreffen Regionalgeldinitiative Freising

Die Regionalgeldinitiative Freising trifft sich zu einem Arbeitstreffen am Mittwoch, 08.04.2015 um 19.00 Uhr bei LebensArt in Freising.

11.06.2015 Vortrag "Der Crash ist die Lösung"

Vortrag: Der Crash ist die Lösung

Warum unser Finanzsystem zum Scheitern verurteilt ist.

Matthias Weik und Marc Friedrich 

Donnerstag, 11.06.2015  

Aula Staatliche Berufsschule Traunstein, Wasserburgerstr. 52, 83278 Traunstein

Vorverkauf startet im Mai.